Die Gezeiten in Nationalpark Wattenmeer

Ebbe und Flut - Die Gezeiten erklärt

Ebbe und Flut bestimmen den Rhythmus des Wattenmeeres und der gesamten Küstenregion. Die Gezeiten entstehen durch die Anziehungskraft des Mondes auf die Erde.

Im Takt des Mondes

Vereinfacht dargestellt sorgt auf der mondzugewandten Seite der Erde die Anziehungskraft des Mondes für einen ersten Flutberg. Da die Stärke der Anziehungskraft mit größerem Abstand abnimmt, wirkt sie auf der gegenüberliegenden Seite der Erde weniger stark auf das Wasser, so dass es als zweiter Flutberg stehen bleibt, während die Erde in Richtung Mond langezogen wird.

Auf den Ozeanen beträgt der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser (Tidenhub) nicht mal einen Meter. Erst Staueffekte an den Küsten bewirken größere Tidenhube. Die Erde dreht sich unten den beiden Flutbergen hindurch.

Die Länge des Mondtages auf der Erde (24 Stunden 50 Minuten) bestimmt dabei den zeitlichen Ablauf der Gezeiten. Von einem Hochwasser zum nächsten dauert es deshalb etwa 12 Stunden und 25 Minuten und ebenso lange von Niedrigwasser zu Niedrigwasser.

Die Kraft der Sonne

Die Höhe des auflaufenden Wassers ist jeden Tag anders. Sie ist abhängig vom Stand des Mondes zu Erde und Sonne, deren Anziehungskraft ebenfalls auf die Erde wirkt, und außerdem vom Wind. Stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie, addieren sich ihre Kräfte - dies ist regelmäßig bei Voll- und bei Neumond der Fall - läuft die Flut etwas höher als normal auf. Man spricht dann von Springtide. Bei Halbmond stehen Sonne und Mond im rechten Winkel und ihre Kräfte wirken gegeneinander. Die Flut läuft niedriger auf und wird Nipptide genannt.

Ebbe und Flut im Watt

Die Flutwelle in der Nordsee ist nur ein kleiner Ausläufer der atlantischen Flutwelle. Deshalb treten im Wattenmeer Springtide bzw. Nipptide erst zwei bis drei Tage nach Voll- oder Neumond bzw. Halbmond auf.

Alltägliche Auswirkungen

Auch die Freizeitangebote im Wattenmeer sind vom Rhythmus der Gezeiten abhängig. Immer wieder kommt es vor, dass Tide und Wind die Fahrpläne der Fähren und Ausflugsschiffe beeinflussen. Und wenn du baden oder ins Watt gehen möchten, musst du unbedingt die örtlichen Hoch- und Niedrigwasserzeiten kennen.

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