Das Wattenmeer in Schleswig-Holstein ist als Nationalpark geschützt

Was ist Watt?

Als Watt bezeichnet man allgemein einen seichten Küstenbereich mit felsigen, sandigen oder schlickigen Flächen, der regelmäßig trocken fällt. Dieses Trockenfallen geschieht meist während der Niedrigwasserphase der Gezeiten. Dort, wo Flüsse ins Meer münden und große Mengen Sedimente ins Meer spülen oder wo es geschützte Zonen hinter Inseln oder in Buchten gibt, bildet sich dann ein besonderer Lebensraum zwischen Land und Meer.

Das größte Wattgebiet der Welt

Wattflächen gibt es weltweit, zumeist in Verbindung mit großen Flussmündungen. Sie bilden sich dort, wo vorgelagerte Inseln, Sandbänke und flach auslaufender Meeresboden die Kraft von Wellen und Strömung bremsen. Das Wattenmeer an der Nordseeküste von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark ist das größte zusammenhängende Wattgebiet auf der Erde und sehr wichtig für viele Tier- und Pflanzenarten.

Ökosystem Wattenmeer

Das Wattenmeer umfasst verschiedene Lebensräume wie Watt, Priele, Sandbänke, Salzwiesen und Dünen. Das eigentliche Watt sind die Flächen, die im Rhythmus der Gezeiten abwechselnd trockenfallen und wieder überflutet werden. Es nimmt zwei Drittel des gesamten Wattenmeeres ein. Hier sinkt vom Meer und aus den Flüssen herangetragener Sand und Schlick zu Boden. Schwere Bestandteile setzen sich bereits in bewegtem Wasser ab, es entsteht Sandwatt.

Wo das Wasser ruhiger und flacher ist, bildet sich das Mischwatt mit Sand, Ton und organischen Bestandteilen. Direkt vor den Deichen und in Buchten bildet sich feines Schlickwatt mit einem hohen Anteil organischer Substanz. Die große graubraune Weite, die sich bei ablaufendem Wasser zeigt, ist jedoch beileibe keine „Schlickwüste“. Bei einem Wattspaziergang - oder im Multimar Wattforum - erfährst du, was es dort alles zu entdecken gibt.

Hotspot der Artenvielfalt

Die tiefen Priele und Tiefs sind immer überflutet und sind Lebensraum für viele Fische, Muscheln und Krebse. Der Übergangsbereich zwischen Land und Wasser ist das eigentliche Watt, es wird täglich zwei mal überflutet und fällt täglich zwei mal trocken. Muscheln, Schnecken und Würmer finden hier gute Nahrungsbedingungen und besiedeln den Meeresboden zu Tausenden.

Bei Hochwasser nutzen dieses Nahrungsangebot Fische und Krebse, bei Niedrigwasser suchen zahlreiche Vögel auf den trocken gefallenen Flächen ihr Futter. Für viele Vogelarten sind diese Zonen lebensnotwendige Rastplätze während des Vogelzugs, andere nutzen die angrenzenden Küstenflächen als Brutplatz. Deshalb sind viele Wattengebiete durch internationale Abkommen streng geschützt.

Leben zwischen Land und Meer

In den gemäßigten Klimazonen wachsen an der Küste Salzwiesen. Wo es wärmer ist, bilden sich Mangrovenwälder. Das Land hinter diesen Küsten ist hier sehr fruchtbar und gut landwirtschaftlich nutzbar, auch Tourismus wird hier eine immer wichtigere Einkommensquelle. Nur selten, während der Sturmfluten, wird der angrenzende Küstenbereich überflutet. Die Pflanzen hier müssen Salz auch in hohen Konzentrationen vertragen können. Hier brüten die typischen Küstenvögel.

Viele Untiefen, wechselnde Strömungen und die Gezeiten stellen für die Schifffahrt im Watt große Herausforderungen dar. Immer wieder kommt es hier zu Strandungen und Schiffbruch. Für die hier siedelnden Menschen sind Sturmfluten eine ernste Gefahr. Mit Deichen und Warften versucht man, die Bevölkerung und deren Hab und Gut zu schützen.

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